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Yannick De Pauw, von Soms Ook Heimwee, erzählt:

Auf dem Wasser in De Haan tanzen

Yannick De Pauw

Yannick ist Fotograf und treibende Kraft hinter dem visuellen belgischen Reiseblog www.somsookheimwee.be, was so viel wie Manchmal auch Heimweh bedeutet. Durch atemberaubende Fotos und packende Geschichten will er vor allem große Zweifler und bange Herzen davon überzeugen, selbst auf Erkundung zu gehen.

Vor drei Jahren hatte auch Yannick Probleme damit, den ersten Schritt zu gehen, die weite Welt als Soloreisender zu erkunden. In der Zwischenzeit hat er Geschmack gefunden und ergreift er mit dem Team von Soms Ook Heimwee jeder Gelegenheit, ein neues Stückchen Welt zu entdecken, ganz weit weg oder ganz in der Nähe. Ein spontanes kurzes Wochenende oder eine längere Reise in exotische Länder, immer mit seiner Kamera dabei, Springsteen in den Ohren oder die Wanderschuhe fest gezogen.

Mit jedem neuen Schritt ins Unbekannte geht man etwas mehr verloren. Und wenn man sich erstmal gut dabei fühlt, kann eine unvergessliche Reise beginnen …

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Oder: in Wenduine während eines Wochenendes an der Belgischen Küste surfen

Die Sonne geht schon unter und küsst mit ihren orangeroten Lippen beinahe den Horizont. In diesem goldglänzenden Dekor nehme ich nochmals Anlauf und lass mich sanft durch den weißen Schaum gleiten. Kopf unter Wasser, prustend, tanzend auf dem Wasser. Ich bin neun Jahre alt und habe heute Morgen nach wochenlangem Drängen endlich das Babyboard bekommen, mit zwei Delfinen und super kitschigen Palmen darauf. Zwanzig Jahre später noch immer eine meiner schönsten Kindererinnerungen: Urlaub am Meer.

Zwanzig Jahre später und ich vergesse immer mehr, was spielen ist. Bis ich das Meer wieder riechen kann. Die weißen Sanddünen machen sofort Lust, über die Halmgräser zu laufen und zu springen. Auf dem breiten Deich kann man Gokart zwischen den Tagestouristen und den Senioren fahren, die laut rufen. Und dann das Meer, nicht glänzend blau, sondern grau-grün mit einer schäumenden Gicht. Rennen, laufen, eintauchen! Mit dem Kopf zuerst. Ich bin wieder neun Jahre alt.

Appartemant me bijna zicht op zee

Ein Wochenendhäuschen am Meer für die ganze Familie: von der Schwiegermutter zum Schoßhündchen

Über einen Monat lang mieten Oma und Opa ein Appartement mit Beinahe-Sicht aufs Meer. Der Lift riecht nach Schweiß und Sonnenkreme und altbackenen Sandtörtchen, nach mit geschmuggelten Muscheln und verwehten Papierblümchen. Wir setzen uns alle an den Tisch, um den Haufen Garnelen zu schälen, auf der Terrasse einen Schluck Fruchtsaft aus einem Champagnerglas zu trinken und an Salzgebäck zu knabbern, das wie Fische und Sterne aussieht. Ich bin sechs und denke: das ist das Leben.

Beinahe fünfundzwanzig Jahr später fahre ich mit einem großen Lächeln am Schlagbaum des Sunparks in De Haan vorbei. Richtig, hier haben wir mal unsere Osterferien verbracht. Die weißen Häuschen, grünen Hecken und roten Dächer, die blauen und grünen Röhren am subtropischen Schwimmkomplex, der Minigolf-Platz und der Waldweg zu den Dünen. Ich atme die Nostalgie tief ein.

Sunparks De Haan
Gocarts

Ans Meer fahren Sie nicht allein. Ans Meer, das bedeutet: Vettern und Cousinen, Tanten, Onkel, die Freundin der Tante, die Oma und der Opa, die Schwiegermutter, das Schoßhündchen und die Enkel. Es ist ein Monat des Kommens und Gehens, von Betten, die gemacht werden, und lautem Frühstück am Tisch.

Also nehmen auch wir eine feine Familiengesellschaft mit auf unser nostalgisches Wochenende in De Haan. Die Mutter und der Stiefvater aus England, der Bruder, die Schwägerin und der kleine Neffe Sep aus Edegem und meine Mama aus meiner Jugend. Wie es sich gehört, fahren wir mit dem Gokart, essen wir ein tropfendes Eis auf dem Deich, trinken wir unseren Aperitif in der Sonne und wackeln wir mit den Zehen im Sand bei untergehender Sonne.

Einführung ins Surfen für Anfänger oder: wie ein Elefant auf dem Wasser tanzen

Zurück zu meinem blinkenden Bodyboard und der schäumenden Nordsee. Stolz wie Oskar und wie die „echten“ trage ich mein Surfbrett unter dem Arm ans Meer. „Richtig echt“ denke ich und lächele stolz. Ich stürze mich in die Wellen wie der begabteste Surfer, den das belgische Festland je gesehen hat. Welle nach Welle gleite ich flott in Richtung Strand. Ich winke der Familie am Strand zu, aber die winken nach Welle 27 nicht mehr zurück. Wir sind die letzten am Strand und meiner Schwester ist kalt. Der Sonnenschirm steht schon neben der Kühlbox, die Handtücher sind sauber ausgeschüttelt und aufgerollt. Die Eimer zusammen gestapelt, die Sandformen aus dem Strandgrab gefischt. Es ist Zeit, nach Hause zu gehen, aber ich bin noch nicht müde.

Surfinitiatie

Dass ich keine elf mehr bin, ergibt sich schnell während unserer Surfstunde im funkelnagelneuen Surfclub Surfing Elephant. Zögernd gehe ich auf die Wellen zu - heh, ist das Wasser nicht ein bisschen zu kalt? - und denke an mein frischgewaschenes Haar, das lieber doch nicht wieder nass wird. Doch plötzlich erweckt der salzige Meeresgeruch meine Erinnerungen und mein Körper geht in den Spielmodus. Ich renne in die Wellen, tauche mit dem Kopf zuerst in das frische Sommermeerwasser und lass mich von den Wellen aufschlucken.

Aan zee

Ein Wochenende ganz in der Nähe an der Nordsee entspannen

Wahrscheinlich gleite ich weniger geschwind durch die Wellen als damals, stöhne beim Bergauffahren mit unserem bleischweren Gokart und bremse schreiend in jeder Kurve. Aber die Belgische Küste hat es mir noch immer angetan. Es ist ein wenig exotischer aber in der Nähe liegender Zufluchtsort, um sich den Kopf frei zu machen und wieder Kind zu sein. Ich knabbere an einer Salzerdnuss, die ich bei meinem Bier auf der Terrasse bekomme und denke: das ist das Leben.

Tipps für ein Wochenende am Meer in De Haan

  • Das Kind nach oben holen und in einem Surfclub spielen. Bei Surfing Elephant können Sie Stunden in Wellenreiten, SUP oder Kitesurf bekommen. Sie haben es doch lieber trocken? Setzen Sie sich vor die großen Fenster des gemütlichen Clubs und schauen Sie mit einem Café Latte zu, wie die anderen untergehen.
  • Eis essen bei IJs René nach einer wilden Gokart-Fahrt durch die kleinen Straßen des Stadtzentrums.
  • Gegrillte Steaks oder frischen Fisch im klasse Restaurant Bleu Chaud.
  • Ein Besuch oder Aufenthalt im Sunparks De Haan, sicher empfehlenswert, wenn Sie eine Bande junges Gemüse dabei haben.
  • In die Belle-Epoque im Concessie-Viertel mit den hübschen Häusern und der echten S-Bahn Station in De Haan oder bei den Trammlant-Festen Anfang August zurückreisen.
  • Über den Strand von De Haan wandern, ganz bis Wenduine und mit der S-Bahn wieder zurück.
  • Oder der Küstenwanderroute vom Spioenkop in Wenduine durch die Dünen und Wälder ins Zentrum von De Haan folgen.
  • Seeräuber in den weitreichenden Dünen des Naturgebietes De Kijkuit spielen.

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