Tun

Blogger Niel Van Herck von Tjoolaard erzählt

Hätte ich im Mittelalter gelebt, wäre ich Troubadour gewesen. Von Ort zu Ort ziehen, die Umgebung, die Menschen, das Essen, die Gerüche und  Farben vollkommen aufnehmen. Aber auch auf die Suche nach Geschichten, nach dem Fremden, dem Besonderen gehen. Und das Alles erneut in eine Erfahrung und neue Geschichte zusammenbringen. Aber Sie haben Glück gehabt, ich muss nicht singen. Auf einer Tastatur tippen und mit einer Kamera umgehen können ist genug. Als digitaler Troubadour entdecke ich die Welt und teile meine Geschichten.

Ich kann nicht gut still sitzen, ich bin neugierig und zu Hause bleiben ist nicht meine Stärke. Ein idealer Nährboden, um viel herumzureisen also. Durch Europa, ferne Orte, aber auch Tourist im eigenen Land. Mit einer Vorliebe für Outdoor-Bestimmungen, viel Natur und extremeren Zuständen. Und mal anders reisen. So lange das Erlebnis im Mittelpunkt steht.

Mein Ziel? Nicht den perfekten Plan für Sie zeichnen, doch die Lust auf eine Reise bei Ihnen wecken.

48 Stunden in Koksijde und Oostduinkerke: back to the roots

Aufmerksame Leser wissen es sicher, Gent ist meine große Liebe. Ab September wohne ich selbst offiziell genau so lang in der Stadt wie in meinem Geburtsdorf Oostduinkerke. Die Zeit verfliegt. Westtoer hat mich eingeladen, doch nochmals zu den Wurzeln zurückzukehren und meine Jugend zu erwecken. Und um meine Jugend mit Begeisterung erleben zu können, habe ich meine beiden Patenkinder und meine Schwester mitgenommen. 48 Stunden in der Heimat Oodeekay, wie wir es früher nannten.

Tjolaard in Koksijde-Oostduinkerke ziet de garnaalvissers te paard aan het werk
Garnaalvissers te paard in Koksijde-Oostduinkerke ontdekken met Tjolaard

Tag 1: Kaffee zum Morgen und Garnelen

Angefangen habe ich in der recht neuen Kaffeebar Kiss My Coffee. Vor allem weil sie dort einen wirklich guten Kaffee haben, aber auch die Inneneinrichtung gefällt mir. Und an einem sonnigen Tag kann man draußen sitzen. Direkt gegenüber liegt der Laden, in dem ich als Teenager zahlreiche Stunden verbracht habe: OoDeeKay Skateshop. Chief Steve herrscht immer noch über die Decks und Sneakers und hat mit dafür gesorgt, dass Oostduinkerke einen der schönsten Skateparks in Belgien bekommen konnte (und mein Vater übrigens auch).

10.00 Uhr
Die ganze Jugend habe ich in Oostduinkerke gewohnt, ich habe mir eine Garnele auf mein Bein tätowieren lassen und als kleiner Junge habe ich das Garnelenfest mitgefeiert. Aber ich bin nie mit den Garnelenfischer zu Pferd (tiefer Verneigung) mitgewesen. Zu touristisch! So viele Jahre später war dann doch die Zeit gekommen. Endlich mit den Massen Richtung Wasser, mit offenem Mund die enormen Arbeitspferde beobachten, die langsam, aber tapfer eine Karre mit gelben Fischern ziehen.

Plötzlich konnte ich verstehen, warum diese Folklore zum Weltkulturerbe der Unesco auserkoren wurde. Die Kraft der Pferde, die Arbeit der Fischer, das Gelb und das Grau. Helden der See! Und es geht doch nichts über graue Garnelen.

Op pad met Tjolaard in Koksijde-Oostduinkerke

12.00 Uhr: Lunch Surf&Turf
Fleischgenießer vereinigt euch! Die Metzgerei Dierendonck ist ein Phänomen an der Küste und das Restaurant Carcasse des jungen Anthony Snoeck setzt den Trend fort. Fachkenntnis in diesem Fleischrestaurant. Unter dreißig? Carcasse beteiligt sich an der Jungen Küchengewalt. Etwas weiter führt meine Schwägerin das Saumon d’Or, das beste Fischgeschäft mit originellen Fischgerichten.

14.00 Uhr
Zeit für noch mehr Nostalgie. In der Primarschule ging es mindestens einmal im Jahr zur Dünenabtei von Koksijde. Ein Schulausflug in die Ruinen einer ehemals glorreichen Abtei, mit einem Museum voller Raritäten. Sogar das Skelett des Pottwals Valentijn. Der hängt jetzt nicht mehr dort, aber jetzt kann man mit der Virtual Reality Erfahrung im Museum in die Vergangenheit reisen.

Lekker eten bij Lekkere Westen-chef Wielrijdersrust het Dorstige hart in Koksijde-Oostduinkerke met Tjolaard

16.00 Uhr: Bunker und Kapitän Zeppos
Fremd, wie die großen Dünen plötzlich nicht mehr so groß erscheinen. Bin ich doch etwas erwachsener geworden? Egal, kein Grund, um nicht im Sand zu spielen, mich am Seegras zu stechen und von den Dünen zu springen. Aber das Beste war doch das Wiedersehen mit dem halb begrabenen Bunker aus dem Krieg.

Hier haben wir als Kinder Soldat gespielt, hier war die Schatzkiste mit Prinzenrollen von Kapitän Zeppos (gespielt von meinem älteren Bruder) zu meinem Geburtstag versteckt, hier habe ich meine erste Liebe mitgenommen und hier habe ich mich beim Freerunnen ordentlich auf die Nase gelegt. Obwohl wir das damals einfach „von einem zum anderen springen“ nannten.

19.00 Uhr
Das Abendessen gab es in der anderen Teilgemeinde von Koksijde, genannt Wulpen. Wielrijdersrust - Het Dorstige Hart ist vor allem bei Radtouristen als angenehmer Rastplatz, wo Adelheide Sie herzlich empfängt, bekannt.

21.00 Uhr
Funkelnagelneu und keine reine Nostalgie, was vielleicht auch ganz gut ist. Win’est ist eine stilvolle Weinbar, mit dunkler Einrichtung und vor allem direkt am Deich. Die besseren Weine und Cocktails für Fans und der Ort, um dem Abend toll abzuschließen. Wer noch nicht genug hat kann um die Ecke herum zum The Possé oder etwas weiter zum Viking.

In Koksijde-Oostduinkerke op pad met Tjolaard
Met Tjolaard op de billenkar aan de Kust in Koksijde-Oostduinkerke

Tag 2: Zeit zum Wettrennen

10.00 Uhr
Mit den Kindern dabei war jetzt wirklich Zeit gekommen, etwas Altmodisches zu machen. Zuerst wie die Verrückten um die Gokarts herumlaufen, sich dann einen aussuchen, den dann wieder umtauschen und dann über den Deich fahren. Und wir natürlich hinter dran laufen. Verrückt, dass es die Dinger jetzt auch mit viel Licht und Krach haben.

11.00 Uhr
Der Strand war mein Spielplatz. Löcher graben, Surfen, Schwimmen, Sandburgen bauen (Schlösser waren für die kleinen Prinzessinnen), Late Night Sessions, was man alles will. Es ist auch toll zu sehen, wie auch die Kleinen sofort das gleiche Spiel begannen wie ich, als ich so klein war: Muschelschalen kaputt stampfen, am liebsten so viele wie möglich. Oder den Lutscher in den Sand fallen lassen, etwas komisch anschauen und dann doch wieder in den Mund stecken.

Het Navigo Nationaal Visserijmuseum in Oostduinkerke met Tjolaard

13.00 Uhr: Islandfahrer und Tomate Crevette
Im Leben muss es manchmal schnell gehen, sicher wenn Sie im Peerdevisscher essen wollen. Hinter der Theke ein echter Garnelenfischer, und das schmeckt man auch in der Küche. Hier essen Sie die besten Tomate Crevettes und Scholle in Buttersoße. Allein wenn ich darüber schreibe, läuft mir das Wasser im Mund.

14.00 Uhr: Noch so ein Schulklassiker: das Fischereimuseum
Früher war das für mich nur ein enger Raum voller fremdartiger Puppen in einer alten Einrichtung. Jetzt auch noch, aber sie haben ihr Bestes gegeben, um eine angenehme Erfahrung daraus zu machen. Sie bummeln durch ein altes Fischerhaus, lernen alles über die Islandfischer (Bad Boys for life) und schließen den Besuch in einem großen Aquarium mit Fischen, Krabben und anderen Meerestieren ab. Glauben Sie mir, ein Höhepunkt für die Kinder.